Ein NAS-System kann im Unternehmen weit mehr sein als eine zusätzliche Festplatte im Netzwerk. Richtig geplant, wird es zum zentralen Speicher, zur privaten Cloud, zum Backup-System, zum Speicher für den Videoschnitt oder sogar zur Plattform für Webanwendungen und Container.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur: „Wie viel Speicher brauche ich heute?“
Sondern vielmehr: „Welche Aufgaben soll das NAS in den kommenden Jahren übernehmen und wie wichtig sind Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und Datensicherheit?“
In diesem Ratgeber zeigen wir, welche Möglichkeiten NAS-Systeme bieten, warum wir bei mea IT Services häufig Synology einsetzen und worauf Unternehmen achten sollten, wenn sie ihr NAS selbst auswählen und einrichten möchten.

Was ist ein NAS?
NAS steht für Network Attached Storage, also einen Speicher, der direkt mit dem Netzwerk verbunden ist.
Im Gegensatz zu einer externen USB-Festplatte kann ein NAS gleichzeitig von mehreren Computern, Notebooks, Smartphones, Servern und Anwendungen genutzt werden. Benutzer, Zugriffsrechte, Freigaben, Datensicherungen und viele weitere Dienste werden zentral verwaltet.
Ein modernes NAS ist damit nicht nur ein Speichergerät, sondern ein kompakter Server.
Typische Aufgaben sind:
- zentraler Netzwerkspeicher
- Dateiablage für Mitarbeiter
- automatische Sicherung von PCs und Servern
- private Cloud
- Versionsverwaltung von Dateien
- Speicher für Foto- und Videodaten
- Synchronisierung zwischen mehreren Standorten
- Speicher für virtuelle Maschinen
- Web-, Kalender- oder Anwendungsserver
- Betrieb von Docker-Containern
Nicht jedes NAS eignet sich automatisch für jede dieser Aufgaben. Prozessor, Arbeitsspeicher, Anzahl der Laufwerksschächte, Netzwerkanschlüsse und unterstützte Anwendungen unterscheiden sich teilweise deutlich.
Warum setzen wir bei mea IT Services auf Synology?
Wir konnten Synology-Systeme bereits vielseitig bei unseren Kunden einsetzen – vom einfachen Netzwerkspeicher bis zum zentralen Backup-System, Videospeicher oder gemeinsam genutzten Speicher für virtuelle Server.
Ein wesentlicher Vorteil ist das Betriebssystem Synology DiskStation Manager, kurz DSM. Es bietet eine übersichtliche, browserbasierte Verwaltungsoberfläche und lässt sich durch zusätzliche Pakete erweitern. Synology beschreibt DSM als modulares Betriebssystem für private Anwender und Unternehmen, das Datenspeicherung, Schutz, Organisation und Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Oberfläche verbindet.
Unsere wichtigsten Gründe für Synology
Eine zentrale Verwaltungsoberfläche
Speicher, Benutzer, Zugriffsrechte, Backups, Benachrichtigungen und Anwendungen können über DSM verwaltet werden.
Große Auswahl an Zusatzanwendungen
Synology bietet unter anderem eigene Lösungen für Datensicherung, Dateisynchronisierung, Kalender, Container und Webhosting.
Für kleine und wachsende Unternehmen geeignet
Das Sortiment reicht von kompakten Systemen mit zwei Laufwerksschächten bis zu leistungsfähigen Desktop- und Rack-Systemen mit Erweiterungsmöglichkeiten, schnellen Netzwerkanschlüssen und redundanter Stromversorgung.
Gute Erweiterbarkeit
Bei geeigneten Modellen können später zusätzliche Laufwerke eingebaut, bestehende Festplatten durch größere ersetzt oder Erweiterungseinheiten angeschlossen werden. Welche Erweiterung möglich ist, hängt vom Modell und vom verwendeten RAID-Typ ab.
Umfangreiche Backup-Lösungen
Mit Active Backup for Business lassen sich unter anderem PCs, physische Server, virtuelle Maschinen und Dateiserver zentral sichern. Hyper Backup dient wiederum dazu, Daten und Konfigurationen des NAS auf externe Laufwerke, ein zweites NAS oder in einen Cloud-Speicher zu sichern.nbar.
Synology ist trotzdem nicht automatisch immer die beste Lösung
Auch Synology hat Grenzen. Bei sehr hohen Leistungsanforderungen, speziellen Hochverfügbarkeitskonzepten, sehr großen Datenmengen oder besonderen Anforderungen an Herstellerunabhängigkeit können andere Storage-Architekturen sinnvoller sein.
Dazu kommt: Bei aktuellen Modellen müssen Festplatten und SSDs besonders sorgfältig ausgewählt werden. Die geltenden Kompatibilitätsregeln unterscheiden sich je nach Modellserie, Laufwerkstyp und DSM-Version. Vor dem Kauf sollte deshalb immer die modellbezogene Synology-Kompatibilitätsliste geprüft werden.
Was kann ein Synology NAS?
Zentraler Netzwerkspeicher
Der klassische Einsatzbereich ist die gemeinsame Dateiablage.
Anstatt Dokumente auf einzelnen Computern, USB-Festplatten oder unübersichtlichen Netzlaufwerken zu verteilen, werden Daten zentral gespeichert. Benutzer und Gruppen erhalten nur Zugriff auf jene Ordner, die sie tatsächlich benötigen.
Mögliche Beispiele:
- Geschäftsführung
- Buchhaltung
- Projekte
- Kunden
- Personal
- Marketing
- Technik
- gemeinsame Vorlagen
- Scan- und Archivordner
Synology unterstützt gängige Dateiprotokolle wie SMB und NFS. Dadurch kann das NAS in Windows-, macOS-, Linux- und Serverumgebungen eingebunden werden.
Besonders geeignet für: EPU, kleine Büros, Projektteams und Unternehmen mit gemeinsam genutzten Dateien.
Private Cloud mit Synology Drive
Mit Synology Drive kann ein Unternehmen eine eigene private Cloud aufbauen.
Dateien lassen sich zwischen Computern, Smartphones und dem NAS synchronisieren. Mitarbeiter können über Desktop-Anwendungen, mobile Apps oder den Browser auf freigegebene Daten zugreifen. Zusätzlich können frühere Dateiversionen wiederhergestellt und Dateien über Links geteilt werden.
Eine private Cloud bedeutet allerdings nicht automatisch, dass keine laufenden Kosten oder kein Administrationsaufwand entstehen. Hardware, Datensicherung, Updates, Internetverbindung und Betreuung müssen weiterhin berücksichtigt werden.
Besonders geeignet für: Unternehmen, die mehr Kontrolle über ihre Daten möchten oder große Datenmengen nicht ausschließlich über öffentliche Cloud-Dienste austauschen wollen.
Backup-Speicher für Computer und Server
Ein Synology NAS kann als zentrales Sicherungsziel eingesetzt werden.
Mit Active Backup for Business können Sicherungen von Windows- und Mac-Computern, physischen Servern, Dateiservern sowie unterstützten virtuellen Umgebungen zentral verwaltet werden. Einzelne Dateien oder komplette Geräte können je nach Sicherungsart wiederhergestellt werden.
Für die Sicherung des NAS selbst steht Hyper Backup zur Verfügung. Als Ziel können unter anderem folgende Speicherorte verwendet werden:
- externe USB-Festplatte
- zweites Synology NAS
- entfernter Dateiserver
- kompatibler Cloud-Speicher
- Synology C2 Storage
Ein NAS, auf dem ausschließlich die Backups der Computer gespeichert werden, ist jedoch noch keine vollständige Backup-Strategie. Auch das NAS und seine Sicherungsdaten müssen zusätzlich geschützt werden.
Besonders geeignet für: nahezu jedes Unternehmen, sofern die Sicherungsstrategie sauber geplant und regelmäßig getestet wird.
Speicher für Videoschnitt
Videoagenturen, Marketingabteilungen und Content-Produzenten benötigen große Speichermengen und hohe Übertragungsgeschwindigkeiten.
Ein Synology NAS kann Rohmaterial, Projekte, Exporte und Archive zentral bereitstellen. Ob direkt auf dem NAS gearbeitet werden kann, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:
- Videoauflösung und Codec
- Anzahl der gleichzeitig arbeitenden Personen
- Dateigröße und Datenrate
- Anzahl und Art der Festplatten
- RAID-Konfiguration
- Netzwerkgeschwindigkeit
- verwendete Schnittsoftware
- Proxy-Workflow oder Bearbeitung des Originalmaterials
Für einfachen Videoschnitt kann 2,5-Gigabit-Ethernet ausreichen. Bei mehreren Arbeitsplätzen, hochauflösendem Material oder hohen Datenraten ist häufig 10-Gigabit-Ethernet sinnvoll.
Die Synology DS1525+ verfügt beispielsweise über zwei integrierte 2,5-GbE-Anschlüsse und kann optional mit 10 GbE erweitert werden. Die DS1825+ bietet acht Laufwerksschächte und kann über Erweiterungskarten mit bis zu 25 GbE angebunden werden.
Besonders geeignet für: Fotografen, Videoproduzenten, Marketingteams und Agenturen – nach vorheriger Leistungsplanung.
Gemeinsamer Speicher für einen Proxmox-Cluster
Synology kann über NFS oder iSCSI als gemeinsamer Speicher für Proxmox-Systeme eingesetzt werden.
Proxmox unterstützt virtuelle Festplatten sowohl auf lokalen Speichern als auch auf gemeinsam genutzten Speichern wie NFS oder iSCSI. Ein gemeinsamer Speicher ermöglicht mehreren Cluster-Knoten den Zugriff auf die virtuellen Maschinen und kann dadurch beispielsweise Migrationen zwischen Hosts erleichtern.
Hier reicht ein einfaches Einstiegs-NAS in der Regel nicht aus. Zu berücksichtigen sind insbesondere:
- schnelle und möglichst redundante Netzwerkverbindungen
- ausreichend Arbeitsspeicher
- IOPS und Latenz
- geeigneter RAID-Typ
- SSD-Cache oder SSD-Speicher
- unterbrechungsfreie Stromversorgung
- Backup der virtuellen Maschinen
- mögliche Auswirkungen eines NAS-Ausfalls
- Wiederanlauf- und Notfallkonzept
Für produktive, geschäftskritische Cluster sollte geprüft werden, ob ein einzelnes NAS tatsächlich ausreichend ist oder eine redundante Storage-Lösung benötigt wird.
Besonders geeignet für: kleine und mittlere Virtualisierungsumgebungen mit sauber geplanter Leistung und Ausfallsicherheit.
Webserver
Mit Synology Web Station können Websites und interne Webanwendungen gehostet werden. Unterstützt werden unter anderem Nginx, Apache, PHP und containerisierte Datenbanksysteme.
Technisch ist damit auch das Hosting von WordPress-Installationen oder individuellen Anwendungen möglich.
Für öffentlich erreichbare, geschäftskritische Websites ist ein NAS im eigenen Büro jedoch nicht immer die beste Wahl. Stromausfälle, Internetstörungen, Wartungsfenster und Sicherheitsanforderungen müssen berücksichtigt werden. Für interne Anwendungen, Testumgebungen oder ausgewählte Dienste kann Web Station dagegen sehr praktisch sein.
Eigener Kalenderserver
Mit Synology Calendar können persönliche und gemeinsame Kalender betrieben werden. Das System unterstützt unter anderem geteilte Kalender, Aufgaben, Einladungen und CalDAV-kompatible Anwendungen.
Damit können Kalender beispielsweise mit Apple Kalender, Thunderbird und verschiedenen mobilen Geräten synchronisiert werden.
Ob ein eigener Kalenderserver im Vergleich zu Microsoft 365 oder Google Workspace sinnvoll ist, hängt von den gewünschten Funktionen, der Administration und den Anforderungen an die Zusammenarbeit ab.
Docker-Container und interne Anwendungen
Auf unterstützten Synology-Modellen können mit dem Container Manager Docker-Container ausgeführt werden.
Container Manager bietet eine Oberfläche zur Verwaltung von Images, Containern, Ressourcen und Compose-Projekten.
Mögliche Einsatzgebiete sind:
- interne Webanwendungen
- Dokumentenmanagement
- Monitoring
- Entwicklungs- und Testumgebungen
- Automatisierungsplattformen
- Datenbanken
- kleinere Fachanwendungen
Nicht jedes Synology-Modell unterstützt Container Manager. Zusätzlich müssen Prozessorarchitektur, Arbeitsspeicher und Leistungsbedarf der Anwendung berücksichtigt werden.
Für welche Unternehmensgrößen eignet sich Synology?
Die Anzahl der Mitarbeiter ist nur ein grober Anhaltspunkt.
Eine Videoagentur mit drei Personen kann höhere Speicher- und Leistungsanforderungen haben als ein Beratungsunternehmen mit 30 Mitarbeitern, das hauptsächlich Office-Dokumente bearbeitet.
Trotzdem kann folgende Einteilung als erste Orientierung dienen:
| Unternehmensgröße | Typische Anforderungen | Mögliche Modelle |
|---|---|---|
| EPU | zentrale Ablage, PC-Backup, private Cloud, wenige Benutzer | DS225+, bei Wachstum eher DS425+ |
| Kleinstunternehmen bis etwa 10 Mitarbeiter | gemeinsame Dateien, mehrere Backups, Synology Drive, erste Anwendungen | DS425+, DS925+ |
| Kleinunternehmen ab etwa 10 Mitarbeitern | mehrere Dienste, steigende Datenmenge, höhere Leistung, Virtualisierung oder Videoschnitt | DS925+, DS1525+, DS1825+ |
| Mittlere Unternehmen | große Datenmengen, mehrere Standorte, höhere Verfügbarkeit, Rack-Einbau, Redundanz | DS1823xs+, RS2825RP+ oder individuelle Rack- und Hochverfügbarkeitslösung |
Die DS225+ ist ein kompaktes Zwei-Schacht-System mit integriertem 2,5-GbE-Anschluss. Die DS425+ bietet vier Laufwerksschächte und 2,5 GbE. Die DS925+, DS1525+ und DS1825+ bieten zunehmend mehr Laufwerksschächte, Erweiterbarkeit und Leistungsreserven.
Für mittlere Unternehmen bietet die RS2825RP+ unter anderem redundante Netzteile, integriertes 10 GbE und die Möglichkeit, zwei identische Systeme über Synology High Availability zu koppeln.
Entscheidungsmatrix: Welches NAS brauche ich?
| Anforderung | Einfache Ausprägung | Mittlere Ausprägung | Hohe Ausprägung |
|---|---|---|---|
| Benutzer | 1 bis 3 | 4 bis 15 | mehr als 15 oder viele gleichzeitige Zugriffe |
| Aktuelle Datenmenge | unter 2 TB | 2 bis 10 TB | über 10 TB |
| Datenwachstum | gering | regelmäßig | stark oder schwer vorhersehbar |
| Anwendungen | Dateiablage und Backup | Drive, Backup, Kalender, erste Container | Virtualisierung, Videoschnitt, viele Container |
| Netzwerk | 1 GbE | 2,5 GbE | 10 oder 25 GbE |
| Verfügbarkeit | kurze Unterbrechung akzeptabel | Wiederherstellung am selben Tag erforderlich | Dienste müssen möglichst durchgehend verfügbar sein |
| Standorte | ein Standort | Homeoffice oder zweiter Standort | mehrere Standorte |
| Backup | USB oder Cloud zusätzlich | zweites NAS oder Cloud | getrennte Backup-Infrastruktur und externe Kopie |
| Modellklasse | 2-Bay Plus | 4- oder 5-Bay Plus | 8-Bay, XS+, RackStation oder HA-Lösung |
Grobe Empfehlung
Vorwiegend Dateiablage und PC-Backup
Ein Zwei-Schacht-NAS kann ausreichen. Bei absehbarem Wachstum ist ein Vier-Schacht-Modell häufig langfristig wirtschaftlicher.
Mehrere Mitarbeiter, private Cloud und Backups
Ein Vier- oder Fünf-Schacht-System bietet mehr Flexibilität und kann später leichter erweitert werden.
Videoschnitt, virtuelle Maschinen oder mehrere Anwendungen
Ein leistungsfähiges Modell mit mindestens vier, besser fünf oder acht Laufwerksschächten sowie 10-GbE-Option sollte geprüft werden.
Geschäftskritische Dienste
Ein einzelnes Desktop-NAS ist möglicherweise nicht ausreichend. Rack-Systeme, redundante Stromversorgung, getrennte Netzwerkpfade, ein zweites NAS oder ein High-Availability-Konzept können notwendig sein.
Synology bietet zusätzlich einen NAS-Berater, der anhand ausgewählter Anwendungen erste Modelle vorschlägt. Die Empfehlung ersetzt allerdings keine vollständige Betrachtung von Datenwachstum, Backup, Netzwerk und Ausfallsicherheit.
Wenn der Speicher knapp wird: Brauche ich ein größeres NAS?
Nicht unbedingt.
Je nach Modell und Konfiguration bestehen mehrere Möglichkeiten:
- freie Laufwerksschächte mit zusätzlichen Festplatten bestücken
- vorhandene Laufwerke schrittweise durch größere ersetzen
- eine kompatible Erweiterungseinheit anschließen
- selten benötigte Daten archivieren oder auslagern
- eine zweite Speicherebene oder einen Cloud-Speicher ergänzen
Ob und wie ein Speicherpool erweitert werden kann, hängt vom RAID-Typ, der Anzahl der Laufwerke und dem konkreten NAS-Modell ab. Synology unterstützt bei verschiedenen Konfigurationen sowohl das Hinzufügen neuer Laufwerke als auch den Austausch vorhandener Festplatten durch größere Modelle.
Vor dem Kauf sollte die Speicherentwicklung betrachtet werden
Folgende Fragen helfen bei der Planung:
- Wie viel nutzbarer Speicher wird aktuell verwendet?
- Wie stark ist der Speicher in den letzten zwei bis drei Jahren gewachsen?
- Welche zusätzlichen Benutzer kommen hinzu?
- Werden künftig Fotos, Videos oder virtuelle Maschinen gespeichert?
- Wie viele Dateiversionen sollen aufbewahrt werden?
- Soll das NAS auch als Backup-Speicher dienen?
- Wie lange soll das System sinnvoll genutzt werden?
- Wie viel Reserve soll vorhanden sein?
Vereinfachte Berechnung
Aktueller Datenbestand:
- erwartetes jährliches Wachstum × geplante Nutzungsdauer
- Speicher für Versionen und Backups
+ 20 bis 30 Prozent Reserve**
Zusätzlich muss der durch RAID, Dateisystem und Systemdaten benötigte Speicher berücksichtigt werden.
Der Synology RAID-Rechner zeigt, wie viel nutzbarer Speicher bei unterschiedlichen Laufwerksgrößen und RAID-Konfigurationen ungefähr verbleibt. Die tatsächlich verfügbare Kapazität ist etwas geringer, da unter anderem Systempartitionen und Dateisystem-Metadaten Speicher benötigen.
Reichen Festplatten mit 2 TB?
Ja – wenn die Anforderungen tatsächlich klein und langfristig stabil sind.
Für ein EPU, das hauptsächlich Dokumente speichert und nur einen Computer sichert, können zwei 2-TB-Laufwerke ausreichend sein.
In vielen Unternehmensprojekten empfehlen wir trotzdem, eher mit mindestens 4 TB oder 6 TB pro Laufwerk zu planen.
Warum größere Festplatten häufig sinnvoller sind
Ein Laufwerksschacht ist begrenzt
Ein Zwei-Schacht-NAS mit zwei kleinen Festplatten ist schnell vollständig belegt. Für eine spätere Erweiterung müssen dann Laufwerke ersetzt werden.
RAID reduziert den nutzbaren Speicher
Bei zwei gespiegelten Festplatten entspricht der nutzbare Speicher ungefähr der Kapazität eines Laufwerks – abzüglich System- und Dateisystembedarf.
Backups und Versionen wachsen im Hintergrund
Automatische Sicherungen, Snapshots und frühere Dateiversionen benötigen zusätzlichen Speicher.
Medien benötigen schnell viel Platz
Fotos, Videos, Drohnenaufnahmen, Grafikprojekte und virtuelle Maschinen lassen selbst mehrere Terabyte rasch anwachsen.
Ein späterer Tausch verursacht Aufwand
Neue Laufwerke müssen eingebaut, synchronisiert und gegebenenfalls mehrfach ersetzt werden. Während eines RAID-Wiederaufbaus wird das System zusätzlich belastet.
Welche Festplatten sollten verwendet werden?
Für ein NAS sollten grundsätzlich dafür vorgesehene und kompatible Festplatten verwendet werden.
Wichtig sind unter anderem:
- Freigabe für Dauerbetrieb
- Eignung für RAID-Systeme
- CMR-Aufzeichnungsverfahren
- passendes Leistungsprofil
- ausreichende Workload-Bewertung
- modellbezogene Kompatibilität
- passende Firmware
Synology bietet eigene Plus-Series-HDDs für 24/7-Betrieb und Multi-User-Workloads an. Die Laufwerke verwenden CMR und können bei unterstützten Systemen direkt über DSM mit Firmware-Updates versorgt werden.
Vor jeder Bestellung muss die Synology-Kompatibilitätsliste für das konkrete NAS-Modell geprüft werden. Nicht gelistete oder inkompatible Laufwerke können je nach Modell und DSM-Version zu Funktionseinschränkungen oder eingeschränktem Support führen.
Ist eine gespiegelte Festplatte bereits ein Backup?
Nein.
Eine Spiegelung, beispielsweise RAID 1 oder SHR mit einer Laufwerksredundanz, schützt in erster Linie vor dem Ausfall einer einzelnen Festplatte.
Sie schützt nicht zuverlässig vor:
- versehentlichem Löschen
- Überschreiben von Dateien
- Ransomware
- fehlerhaften Anwendungen
- Diebstahl
- Feuer
- Wasserschaden
- Überspannung
- Ausfall des gesamten NAS
- Bedienfehlern
- beschädigten oder synchronisierten Daten
Wird eine Datei gelöscht, wird diese Löschung in der Regel auch auf der gespiegelten Festplatte durchgeführt.
RAID erhöht die Verfügbarkeit. Ein Backup ermöglicht die Wiederherstellung.
Genügt ein NAS oder brauche ich mehrere?
Das hängt davon ab, wie wichtig die gespeicherten Daten und Dienste sind.
Ein NAS kann genügen, wenn …
- das NAS nur eine zusätzliche Kopie anderer Daten enthält
- eine weitere Sicherung auf USB oder in der Cloud besteht
- längere Wiederherstellungszeiten akzeptabel sind
- keine geschäftskritischen Dienste darauf betrieben werden
Ein zweites NAS ist sinnvoll, wenn …
- große Datenmengen schnell wiederhergestellt werden müssen
- eine Sicherung an einem zweiten Standort benötigt wird
- Cloud-Speicher aufgrund der Datenmenge unpraktisch ist
- mehrere Standorte miteinander synchronisiert werden
- das primäre NAS selbst abgesichert werden soll
Zwei Systeme in Hochverfügbarkeit
Bei höheren Verfügbarkeitsanforderungen können geeignete Synology-Systeme über Synology High Availability gekoppelt werden.
Ein Hochverfügbarkeitscluster ist trotzdem kein Ersatz für ein Backup. Werden Daten versehentlich gelöscht oder verschlüsselt, kann diese Änderung auch auf das zweite System übertragen werden.
Die 3-2-1-Backup-Strategie
Eine sinnvolle Grundlage ist die 3-2-1-Regel:
- 3 Kopien der Daten
- 2 unterschiedliche Speicher oder Systeme
- 1 Kopie außerhalb des Unternehmensstandorts
Ein mögliches Beispiel:
- Originaldaten auf Computern oder Servern
- lokale Sicherung auf dem Synology NAS
- zusätzliche verschlüsselte Sicherung auf ein entferntes NAS oder in einen Cloud-Speicher
Synology unterstützt diese Strategie unter anderem mit Active Backup for Business, Hyper Backup, Snapshot Replication, externen Laufwerken, einem zweiten NAS und Synology C2 Storage.
Für besonders wichtige Daten kann die Strategie auf 3-2-1-1-0 erweitert werden:
- keine unentdeckten Fehler nach automatisierten Prüfungen und Wiederherstellungstests
- eine zusätzliche unveränderliche oder offline gespeicherte Kopie
Netzwerkgeschwindigkeit nicht vergessen
Ein schnelles NAS bringt wenig, wenn das Netzwerk zum Engpass wird.
| Netzwerk | Theoretische Geschwindigkeit | Typischer Einsatz |
|---|
| Netzwerk | Theoretische Geschwindigkeit | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 1 GbE | rund 125 MB/s | Dokumente, einfache Backups, kleine Teams |
| 2,5 GbE | rund 312 MB/s | größere Dateien, mehrere Benutzer, einfache Medienbearbeitung |
| 10 GbE | rund 1.250 MB/s | Videoschnitt, große Datenmigrationen, Virtualisierung |
| 25 GbE | rund 3.125 MB/s | leistungsfähige Storage- und Serverumgebungen |
Die praktisch erreichbare Geschwindigkeit liegt unter den theoretischen Werten und hängt unter anderem von Laufwerken, RAID, Switch, Verkabelung, Clients und Anwendung ab.
Bei der Planung müssen daher auch folgende Komponenten geprüft werden:
- getrennte Storage-Netzwerke
- Netzwerk-Switch
- Verkabelung
- Netzwerkkarten der Computer
- verfügbare Ports
- VLAN- und Sicherheitskonzept
- mögliche Link Aggregation
Sicherheit: Ein NAS ist ein Server
Ein NAS sollte nicht einfach angeschlossen und anschließend vergessen werden.
Zu einer sicheren Grundkonfiguration gehören:
- individuelle Benutzerkonten
- Benutzergruppen und klar definierte Berechtigungen
- getrenntes Administratorkonto
- starke Passwörter
- Zwei-Faktor-Authentifizierung
- regelmäßige DSM- und Paketupdates
- Firewall-Regeln
- sichere Konfiguration des externen Zugriffs
- automatische Sicherheits- und Systembenachrichtigungen
- regelmäßige Prüfung der Laufwerkszustände
- Deaktivierung nicht benötigter Dienste
- Backup des NAS
- dokumentierte Wiederherstellung
Synology unterstützt die verpflichtende Zwei-Faktor-Authentifizierung für Administratoren, Benutzer oder Benutzergruppen. Zusätzlich prüft der Security Advisor die Systemkonfiguration und weist auf mögliche Sicherheitsprobleme hin.
Ein externer Zugriff sollte nur eingerichtet werden, wenn er tatsächlich benötigt wird. Die Art des Zugriffs – beispielsweise über VPN, Synology-Dienste oder gezielte Freigaben – sollte zur Sicherheitsarchitektur des Unternehmens passen.
Eine USV schützt vor Stromausfällen
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, kurz USV, kann das NAS bei einem Stromausfall vorübergehend mit Energie versorgen.
Das NAS kann dadurch kontrolliert herunterfahren, anstatt während eines Schreibvorgangs plötzlich ausgeschaltet zu werden. Synology DSM unterstützt die Einbindung kompatibler USV-Systeme.
Je nach Umgebung können über die USV zusätzlich versorgt werden:
- NAS
- Netzwerk-Switch
- Router oder Firewall
- zweites NAS
- wichtige Serverkomponenten
Eine USV ersetzt weder Backup noch Überspannungskonzept, ist aber ein wichtiger Bestandteil einer professionellen Installation.
Wiederherstellung regelmäßig testen
Ein erfolgreich gemeldetes Backup bedeutet noch nicht automatisch, dass die Daten im Ernstfall vollständig wiederhergestellt werden können.
Daher sollten regelmäßig Testwiederherstellungen durchgeführt werden:
- einzelne Datei wiederherstellen
- vollständigen Ordner wiederherstellen
- Benutzerberechtigungen prüfen
- Wiederherstellung eines Computers testen
- Wiederherstellung einer virtuellen Maschine testen
- Zugriff auf externe Sicherung prüfen
- benötigte Passwörter und Verschlüsselungsschlüssel dokumentieren
Entscheidend ist nicht nur, ob eine Sicherung erstellt wurde, sondern wie lange eine Wiederherstellung dauert und wer sie durchführen kann.
DIY: Synology NAS selbst planen und einrichten
Synology-Systeme können grundsätzlich selbst eingerichtet werden.
Für technisch interessierte Unternehmen bietet sich folgender Ablauf an:
1. Anforderungen erfassen
- Welche Daten sollen gespeichert werden?
- Wie viele Benutzer greifen darauf zu?
- Welche Anwendungen sollen betrieben werden?
- Wird externer Zugriff benötigt?
- Welche Systeme sollen gesichert werden?
- Wie schnell müssen Daten wiederhergestellt werden?
2. Datenbestand und Wachstum berechnen
- aktuelle Datenmenge feststellen
- jährliches Wachstum auswerten
- geplante Nutzungsdauer definieren
- Versionen und Backups berücksichtigen
- mindestens 20 bis 30 Prozent Reserve einplanen
3. Modell auswählen
- Anzahl der Laufwerksschächte
- Prozessor
- Arbeitsspeicher
- 1-, 2,5-, 10- oder 25-GbE
- Erweiterbarkeit
- unterstützte Pakete
- mögliche Expansionseinheiten
4. Kompatible Laufwerke auswählen
- Synology-Kompatibilitätsliste prüfen
- NAS- oder Enterprise-Laufwerke verwenden
- Kapazität und RAID gemeinsam planen
- SSD-Cache nur bei einem tatsächlichen Nutzen einsetzen
5. NAS und USV installieren
- geeigneter, belüfteter Standort
- Schutz vor unbefugtem Zugriff
- stabile Stromversorgung
- Anschluss an geeigneten Switch
- korrekte Verkabelung
6. DSM und Speicherpool einrichten
- DSM installieren
- Updates durchführen
- SHR oder RAID passend auswählen
- Btrfs verwenden, sofern Modell und Anforderungen dafür geeignet sind
- Volume und Speicherwarnungen konfigurieren
7. Benutzer und Berechtigungen anlegen
- Benutzergruppen definieren
- Freigabeordner erstellen
- minimale notwendige Rechte vergeben
- Administratorrechte stark einschränken
- Papierkorb und Versionierung bewusst konfigurieren
8. Anwendungen installieren
Beispielsweise:
- Synology Drive
- Active Backup for Business
- Hyper Backup
- Snapshot Replication
- Container Manager
- Calendar
- Web Station
9. Backup-Strategie umsetzen
- lokale Sicherung
- externe Sicherung
- Offsite- oder Cloud-Kopie
- Aufbewahrungsfristen
- Verschlüsselung
- Benachrichtigungen
- Wiederherstellungstest
10. Sicherheit und Monitoring konfigurieren
- 2FA
- Firewall
- Update-Richtlinie
- Benachrichtigungen
- Laufwerkstests
- Speicherwarnungen
- Security Advisor
- Dokumentation
Kann man alles selbst machen?
Ja.
Die technische Grundinstallation eines Synology NAS ist für viele Anwender machbar. Die größere Herausforderung besteht meistens nicht darin, auf „Weiter“ zu klicken.
Die eigentliche Arbeit liegt in der Planung:
- Ist das ausgewählte Modell auch in drei Jahren noch ausreichend?
- Ist die Netzwerkgeschwindigkeit passend?
- Sind die Festplatten kompatibel?
- Wurde der nutzbare Speicher korrekt berechnet?
- Sind Zugriffsrechte sauber aufgebaut?
- Ist der externe Zugriff sicher?
- Was passiert bei einem Festplattenausfall?
- Was passiert beim Ausfall des gesamten NAS?
- Wie werden Daten nach einem Ransomware-Angriff wiederhergestellt?
- Funktioniert die Wiederherstellung tatsächlich?
Fehler bei diesen Entscheidungen werden teilweise erst Monate oder Jahre später sichtbar.
Warum mea IT Services?
Mit der Unterstützung von mea IT Services kaufen Kunden nicht nur die technische Einrichtung eines NAS.
Sie kaufen vor allem die Gewissheit, dass das System zu den tatsächlichen Anforderungen passt und die wesentlichen Punkte von Anfang an berücksichtigt werden.
Wir unterstützen unter anderem bei:
- Erhebung der Anforderungen
- Auswahl des passenden Synology-Modells
- Auswahl kompatibler Festplatten
- Berechnung des Speicherbedarfs
- Planung von SHR oder RAID
- Einbindung in das Unternehmensnetzwerk
- Einrichtung von Benutzern und Berechtigungen
- Migration bestehender Daten
- Einrichtung von Backups
- Aufbau einer 3-2-1-Strategie
- Einrichtung des sicheren Fernzugriffs
- Konfiguration von Benachrichtigungen
- Wiederherstellungstests
- Dokumentation
- laufender Betreuung und Wartung
Unser Ziel ist nicht, die technisch größtmögliche Lösung zu verkaufen. Das System soll zu den Anforderungen, zum geplanten Wachstum und zum verfügbaren Budget passen.
Wie viel Zeit spart eine professionelle Einrichtung?
Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte für ein typisches kleines Unternehmensprojekt. Datenmenge, bestehende Struktur, Internetgeschwindigkeit und gewünschte Anwendungen können den Aufwand deutlich verändern.
| Aufgabe | Typischer eigener Zeitaufwand | Aktive Kundenzeit mit mea IT Services |
|---|---|---|
| Anforderungen recherchieren | 3–6 Stunden | 1–2 Stunden |
| Modelle und Festplatten vergleichen | 2–4 Stunden | 30–60 Minuten Abstimmung |
| Grundinstallation | 3–6 Stunden | etwa 30 Minuten Übergabe |
| Speicher, Benutzer und Berechtigungen | 3–8 Stunden | 1–2 Stunden Abstimmung |
| Backup und externe Sicherung | 3–8 Stunden | 1–2 Stunden Abstimmung |
| Sicherheit und Fernzugriff | 2–5 Stunden | 30–60 Minuten |
| Datenmigration | 4–20 Stunden oder mehr | meist 1–3 Stunden aktive Mitarbeit |
| Tests und Dokumentation | 2–5 Stunden | etwa 1 Stunde Abnahme |
| Gesamt | rund 22–62 Stunden | rund 5–11 Stunden aktive Kundenzeit |
Die technische Arbeit verschwindet dadurch nicht. Sie wird von uns geplant, umgesetzt, überwacht und dokumentiert.
Der Kunde kann seine eigene Zeit stattdessen in Kundenprojekte, Verkauf, Produktion oder die Weiterentwicklung seines Unternehmens investieren.
Unser Fazit
Ein Synology NAS kann für EPU, kleine Unternehmen und auch mittlere Unternehmen eine vielseitige und wirtschaftliche Lösung sein.
Es kann gleichzeitig als zentraler Speicher, private Cloud, Backup-Ziel, Videospeicher, Virtualisierungsspeicher oder Plattform für interne Anwendungen dienen.
Genau diese Vielseitigkeit macht eine saubere Planung notwendig.
Nicht die Anzahl der Festplatten allein entscheidet über eine gute Lösung. Wichtig ist das Zusammenspiel aus:
- Speicherbedarf
- Datenwachstum
- Anwendungen
- Netzwerk
- Verfügbarkeit
- Backup
- Sicherheit
- Erweiterbarkeit
- laufender Betreuung
Wer diese Punkte berücksichtigt, kann ein NAS viele Jahre sinnvoll einsetzen.
Sie planen ein NAS-System?
Gerne prüfen wir gemeinsam:
- ob ein NAS für Ihre Anforderungen geeignet ist
- welches Synology-Modell zu Ihrem Unternehmen passt
- welche Festplatten sinnvoll sind
- wie viel Speicher Sie tatsächlich benötigen
- wie eine passende Backup-Strategie aussieht
- ob ein oder mehrere Systeme erforderlich sind
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